Das Investitionsvolumen auf dem gewerblichen Immobilienmarkt in Mittel- und Osteuropa (CEE) belief sich im ersten Quartal 2026 auf 2,1 Milliarden Euro. Über 50 Prozent des investierten Kapitals flossen nach Polen.
Polen zeichnet sich auf dem Investitionsmarkt Mittel- und Osteuropas durch das Ausmaß seiner Aktivitäten aus. Der Wert der auf dem gewerblichen Immobilienmarkt in Polen getätigten Transaktionen belief sich auf fast 1,1 Mrd. Euro, was einem Anstieg von über 40 Prozent im Jahresvergleich und dem besten Ergebnis für das erste Quartal seit 2022 entspricht. Polen hat damit seine Position als Schlüsselmarkt in der Region gefestigt und ist für mehr als die Hälfte des Investitionsvolumens verantwortlich.
Insgesamt wurden in den Ländern Mittel- und Osteuropas 2,1 Milliarden Euro investiert, das Investitionsvolumen war somit im Vergleich zum Vorjahr geringer. Dennoch schätzen Experten das Interesse am Markt als hoch ein.
Die Investitionstätigkeit war insbesondere in der Logistikbranche und im Industriesektor sehr hoch. Auch der Handelssektor erzielte gute Ergebnisse, unter anderem dank großer Portfoliotransaktionen. Der Büromarkt begann allmählich wieder das Interesse der Investoren auf sich zu ziehen, insbesondere bei Objekten in Top-Lagen.
Einer der wichtigsten strukturellen Trends in Polen ist die wachsende Rolle des inländischen Kapitals, wie die Autoren des Berichts betonen. Inländisches Kapital dient nicht mehr nur als Ergänzung zur Aktivität ausländischer Investoren, sondern ist zu einer dauerhaften und stabilen Nachfragequelle geworden. Lokale Investoren in der Region Mittel- und Osteuropa waren im ersten Quartal für etwa die Hälfte des Transaktionsvolumens verantwortlich.
Das Interesse am ungarischen Markt nimmt deutlich zu. Das Investitionsvolumen in Ungarn hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt und lag bei über 325 Millionen Euro. Auch Bulgarien verzeichnete einen Anstieg: Das diesjährige Ergebnis zu Jahresbeginn war das beste seit 2007, und das Transaktionsvolumen belief sich auf über 100 Millionen Euro.
Tschechien und die Slowakei verzeichneten ein schwächeres Resultat im Vergleich zum für diese Märkte Rekordergebnis des ersten Quartals 2025. Dieses Resultat ist laut dem Bericht kein Zeichen für eine Schwäche dieser Märkte, sondern lediglich eine Korrektur aufgrund der sehr hohen Anzahl an Transaktionen im vergangenen Jahr und der Verschiebung eines Teils der Großtransaktionen auf andere Quartale.
Bei den Transaktionen auf dem gewerblichen Immobilienmarkt in der Region lag der Einzelhandelssektor mit einem Volumen von fast 630 Millionen Euro an der Spitze, was etwa 29 Prozent des gesamten Investitionsvolumens ausmachte. Ein ähnliches Ergebnis verzeichnete der Bürosektor mit Investitionen von über 600 Millionen Euro, was 28 Prozent der Investitionen in der Region ausmachte. Der Logistik- und Industriesektor schloss das Quartal mit einem Ergebnis von 540 Millionen Euro ab, was etwa 25 Prozent des gesamten Investitionsvolumens entspricht.
Im Gegensatz zu den Trends in der Region verzeichnete der Lagerbereich in Polen im ersten Quartal das größte Interesse der Investoren. In diesem Segment wurden bis zu 42 Prozent des Transaktionsvolumens realisiert, dessen Wert sich auf rund 450 Millionen Euro belief. An zweiter Stelle lag der Einzelhandelssektor mit Transaktionen in Höhe von 320 Millionen Euro, was 30 Prozent des Investitionsvolumens entspricht. Fast 80 Prozent dieses Wertes, also rund 250 Millionen Euro, entfielen auf Portfoliotransaktionen. Die Transaktionen im Büroimmobiliensektor beliefen sich auf über 200 Millionen Euro, was 23 Prozent des Marktes entspricht, allerdings befindet sich eine große Anzahl von Projekten derzeit in der Due-Diligence-Phase.
Wie Experten in ihren Kommentaren zu den Ergebnissen des ersten Quartals dieses Jahres betonen, erweist sich der polnische Gewerbeimmobilienmarkt als widerstandsfähig gegenüber dem schwierigen makroökonomischen Umfeld und externen Schocks. Der Markt ist durch das selektive Vorgehen der Investoren gekennzeichnet, die auf die Qualität der Vermögenswerte sowie auf die langfristige Bewertung der Stabilität und der Ertragsaussichten achten. Für den polnischen Markt sprechen in diesem Zusammenhang die Größe, die Diversifizierung und die Reife des Marktes.