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Rheinmetall plant eine große Investition in Polen

Angesichts des steigenden Bedarfs an Artilleriemunition hat der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall Interesse am Bau eines Werks in Polen bekundet. Das Werk soll modulare Treibladungen für 155-mm-Munition produzieren. Der Wert der ersten Projektphase wird auf bis zu 120 Mio. Euro geschätzt. Die Investition soll als deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt mit umfangreicher Beteiligung polnischer Zulieferer umgesetzt werden.

Rheinmetall plant eine große Investition in Polen
PGZ S.A.

Angesichts des steigenden Bedarfs an Artilleriemunition hat der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall Interesse am Bau eines Werks in Polen bekundet. Das Werk soll modulare Treibladungen für 155-mm-Munition produzieren. Der Wert der ersten Projektphase wird auf bis zu 120 Mio. Euro geschätzt. Die Investition soll als deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt mit umfangreicher Beteiligung polnischer Zulieferer umgesetzt werden.

 

Die Gespräche über das Projekt werden vom Verteidigungsministerium, der Agentur für Industrieentwicklung und dem Ministerium für Staatsvermögen geführt. Die polnische Seite geht davon aus, dass die Investition auf kommerzieller Basis unter Beteiligung des heimischen Finanzsektors und ohne Inanspruchnahme von Mitteln aus dem EU-Programm SAFE erfolgen wird. Das Projekt zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit der polnischen Streitkräfte mit Munition zu erhöhen.

 

Das Projekt soll darüber hinaus zur Entwicklung nationaler industrieller Kompetenzen im Bereich der Rüstungsproduktion, zur Einbindung polnischer Unternehmen an der Lieferkette sowie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Munitionsversorgungssystems beitragen. Die deutsche Seite erklärt, neben einer umfassenden Beteiligung polnischer Zulieferer auch Mitarbeiter aus Polen einzustellen sowie Technologie und Know-how zu transferieren.

 

Den verfügbaren Informationen zufolge ist geplant, eine Produktionskapazität des Werks von mindestens 600.000 MCS-Modulen pro Jahr zu erreichen. Ein solches Volumen ermöglicht die Herstellung von über 100.000 155-mm-Munition-Sätzen. Munition des Kalibers 155 mm ist ein grundlegender Bestandteil der Ausrüstung moderner Artilleriesysteme, die von der polnischen Armee eingesetzt werden. Der Wert der ersten Investitionsphase wird auf ca 60 bis 120 Mio. Euro geschätzt.

 

Der Konzern nennt Nordpolen als bevorzugten Standort. In Betracht gezogen wird ein Gebiet, das mit dem vom Verteidigungsministerium entwickelten Konzept des „Grünen Industriegebiets Kaschubien“ in Verbindung steht. Das Gebiet soll dank der Verbindung des industriellen und militärischen Potenzials der Region Pommern attraktive Investitionsbedingungen bieten.

 

Das Investitionsvorhaben fügt sich in die Maßnahmen zur Förderung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich ein, die in dem am 17. Juni 2026 von den Verteidigungsministern Polens und Deutschlands, Władysław Kosiniak-Kamysz und Boris Pistorius, unterzeichneten Abkommen zum Ausdruck kommen. Die Vereinbarung umfasst unter anderem die Zusammenarbeit in den Bereichen militärische Mobilität, Infrastruktur und Logistik, einschließlich grenzüberschreitender Mobilität, Cybersicherheit sowie gemeinsame Übungen für die Streitkräfte. Das Abkommen über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich wurde am 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland unterschrieben.

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