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AHK: Polens Energieplan bietet große Chancen für deutsche Wirtschaft

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Der soeben von der polnischen Regierung verabschiedete Nationale Energie- und Klimaplan schafft nach Einschätzung der deutschen Auslandshandelskammer in Warschau (AHK) zahlreiche Chancen für die bilaterale Zusammenarbeit. In Feldern wie der Netzmodernisierung, Wärmeerzeugung und einer umfassenden Elektrifizierung können deutsche Unternehmen im Nachbarland punkten, so die AHK. Bis 2040 will Polen bis zu 450 Milliarden Euro für die Energiewende ausgeben.

AHK: Polens Energieplan bietet große Chancen für deutsche Wirtschaft
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Der soeben von der polnischen Regierung verabschiedete Nationale Energie- und Klimaplan schafft nach Einschätzung der deutschen Auslandshandelskammer in Warschau (AHK) zahlreiche Chancen für die bilaterale Zusammenarbeit. In Feldern wie der Netzmodernisierung, Wärmeerzeugung und einer umfassenden Elektrifizierung können deutsche Unternehmen im Nachbarland punkten, so die AHK. Bis 2040 will Polen bis zu 450 Milliarden Euro für die Energiewende ausgeben.

 

Am 08.06.2026 verabschiedete Polen als letztes EU-Land seinen Nationalen Energie- und Klimaplan. Das vom polnischen Energieministerium ausgearbeitete Dokument wird nun an die Europäische Kommission übermittelt. Der Fokus liegt dabei auf Energiesicherheit, Kernenergie und der grünen Transformation. „Damit hat unser Nachbarland nun endlich die Eckpunkte festgelegt, auf deren Grundlage in den kommenden Jahren wesentliche Förderentscheidungen getroffen werden“, betont Lars Gutheil, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AHK Polen. Für die Umsetzung der ambitionierten Pläne sei Polen auf Unterstützung europäischer Partner angewiesen. „Deutsche Unternehmen sind vielfach bereits auf dem polnischen Markt aktiv“, so Gutheil: „In vielen Themenfeldern bestehen daher ausgezeichnete Geschäftsmöglichkeiten – sei es beim Netzausbau, Energiespeicherlösungen oder der Dekarbonisierung des Elektrizitätsmarkts.“

 

Ambitionierte Ziele für Energiesicherheit und Transformation

 

Im Zentrum der polnischen Energie-Strategie stehen die Elektrifizierung der Wirtschaft, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Entwicklung der Kernenergie. Bis 2040 soll sich die installierte Leistung im polnischen Stromsystem im Vergleich zu 2025 verdoppeln. Insgesamt wird ein Anstieg von derzeit über 77 GW (Stand: März 2026) auf etwa 128–156 GW erwartet.

 

Die Kernenergie gewinnt dabei als stabile und emissionsfreie Energiequelle an Bedeutung: Mit der Inbetriebnahme erster Kernkraftwerke und kleiner modularer Reaktoren (SMR) in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre soll eine stabile Grundlastversorgung von rund 40 TWh sichergestellt werden. Dies ist deutlich mehr, als bisherige Pläne vorsahen.

Ein wesentlicher Effekt der Transformation soll die Reduzierung der Importabhängigkeit sein. Je nach Szenario könnte sich die Import-Export-Bilanz im Energiesektor bis 2040 um rund 11 bis sogar 27 Prozent verbessern. Gleichzeitig sollen die Kosten für Energieimporte sinken.

 

Auch der Anteil erneuerbarer Energien wird deutlich steigen: Bis 2040 sollen 65 bis 69 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammen. Schlüsseltechnologien sind dabei Windenergie (onshore und offshore), Photovoltaik sowie erneuerbare Gase. Erdgas wird in der Übergangsphase weiterhin eine stabilisierende Rolle spielen, soll jedoch langfristig durch dekarbonisierte Alternativen ersetzt werden.

 

Investitionen, Infrastruktur und neue Wachstumsimpulse

 

Der Plan legt einen starken Schwerpunkt auf die Modernisierung der Energieinfrastruktur. So soll sich die Flexibilität des Netzes erhöhen und die Fähigkeit verbessern, variable Energiequellen zu integrieren. Dazu zählen der Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze, die Entwicklung von Energiespeichern sowie die Erhöhung der Systemflexibilität. Parallel dazu wird die Modernisierung und Dekarbonisierung von Fernwärmesystemen vorangetrieben.

 

Die Transformation soll zudem erhebliche wirtschaftliche Impulse setzen. Der Anteil lokaler Wertschöpfung („Local Content“) wird schrittweise steigen – bei Offshore-Windprojekten auf etwa 40 Prozent, bei Onshore-Windenergie sogar auf bis zu 60 Prozent. Gleichzeitig könnten die Stromerzeugungskosten bis 2040 um etwa 18 Prozent gegenüber 2025 sinken, was die Wettbewerbsfähigkeit der polnischen Wirtschaft stärkt.

 

„Damit schafft der Plan einen stabilen und vorhersehbaren Rahmen für Investitionen“, so AHK-Chef Gutheil. „Zugleich ist er ein Bekenntnis Polens zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft, was wiederum als Signal an internationale Investoren gesehen werden kann, die sich für emissionsarme Lieferketten und langfristig günstigere Energiepreise interessieren“, so Gutheil.

 

Bereits heute gebe es zahlreiche erfolgreiche Kooperationsprojekte, unter anderem in den Bereichen Windenergie, Photovoltaik und Netzinfrastruktur. Viele Vorhaben werden in Konsortien umgesetzt, die polnische und deutsche Partner zusammenbringen und so den Transfer von Know-how fördern, so die Auslandshandelskammer. Die Zusammenarbeit finde zunehmend auf regionaler und grenzüberschreitender Ebene statt. Ein aktuelles Beispiel sei das Projekt United Heat in Görlitz/Zgorzelec, bei dem ein gemeinsames Fernwärmenetz auf Basis erneuerbarer Energien aufgebaut wird. Gutheil: „Gerade in Grenzregionen sehen wir großes Potenzial für weitere Projekte, in denen deutsche Unternehmen einen wichtigen Beitrag leisten können.“

 

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