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Gemeinsame Verantwortung für Europas Wettbewerbsfähigkeit

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Ein Gespräch mit Dr. habil. Sebastian Płóciennik, Direktor der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Goldpartner der German Lounge beim 18. Europäischen Wirtschaftskongress in Kattowitz.

FWPN_German Lounge
AHK Polen

AHK Polen: Warum haben Sie sich entschieden, Partner der German Lounge beim 18. Europäischen Wirtschaftskongress zu werden, und welche Erwartungen verbinden Sie mit Ihrer Teilnahme an diesem Projekt?

 

Sebastian Płóciennik: Für die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit ist die Teilnahme an der German Lounge eine natürliche Fortsetzung unserer Mission: den Dialog, die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Polen und Deutschland zu stärken.

 

Der Europäische Wirtschaftskongress ist einer der wichtigsten Orte für Diskussionen über die Zukunft von Wirtschaft, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Europas. Ohne eine enge Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland wird es schwierig sein, in diesen Bereichen wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Beide Länder tragen daher eine große Verantwortung.

 

Darüber hinaus möchten wir dort präsent sein, wo Wirtschaft, öffentliche Institutionen, Expertinnen und Experten sowie gesellschaftliche Partner zusammenkommen. Wir erwarten wertvolle Gespräche und neue Kontakte. Häufig entstehen im Austausch Ideen für neue Projekte und Initiativen – genau darauf setzen wir.

 

AHK Polen: Das Motto der diesjährigen Ausgabe der German Lounge lautet: „Die Kraft der Synergie – Innovation, Partnerschaft, Resilienz“. Wenn Sie ein Element nennen müssten, das heute am besten die „Kraft der Synergie“ in Ihrer Branche angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen definiert, welches wäre das?

 

SP: Im Fall von Polen und Deutschland ergeben sich die Vorteile der Zusammenarbeit nicht nur aus der Summe der jeweiligen Potenziale. Heute ist entscheidend, dass frühere Asymmetrien, die gemeinsame Projekte oft eingeschränkt haben, deutlich zurückgegangen sind. In vielen Branchen hält Polen mit Deutschland Schritt oder hat teilweise sogar mehr zu bieten.

Zugleich unterscheiden wir uns in Managementansätzen, in der Risikobereitschaft und in den Formen der unternehmerischen Tätigkeit. Gerade hier entsteht ein spannender Raum für Synergien: eigene Stärken auszubauen und Defizite durch Zusammenarbeit mit dem Partner auszugleichen. Ich habe den Eindruck, dass wir das kreative Potenzial dieser Unterschiede erst allmählich entdecken.

 

AHK Polen: Welche Rolle kann die deutsch-polnische Wirtschaftszusammenarbeit bei der Stärkung der Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas spielen, und welche Bereiche gemeinsamer Investitionen oder Initiativen wären entscheidend, um dieses Ziel zu erreichen?

 

SP: Die deutsch-polnische Wirtschaftskooperation kann eine der tragenden Säulen für die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas sein. Unsere Volkswirtschaften sind eng miteinander verflochten – durch ein Handelsvolumen von 180 Milliarden Euro sowie durch Dutzende Milliarden an Direktinvestitionen, insbesondere aus Deutschland, während auch polnische Unternehmen zunehmend mutig in den Nachbarmarkt expandieren.

 

Wo liegt das Potenzial? Erstens in der Nutzung des Verteidigungssektors zur Entwicklung eines breiten Spektrums von Technologien und Gütern mit doppeltem Verwendungszweck. Darauf aufbauend kann die Zusammenarbeit etwa in den Bereichen Digitalisierung, Drohnen oder Raumfahrt weiterentwickelt werden. In beiden Ländern investiert der Staat erhebliche Mittel in die Verteidigung, gleichzeitig besteht das Bewusstsein, dass diese langfristig aus realem Wirtschaftswachstum finanziert werden muss – und dieses entsteht durch neue Industriezweige.

 

Zweitens sollten sich Polen und Deutschland auf die Herausforderung des Wiederaufbaus der Ukraine und deren Integration in die EU vorbereiten. Dies erfordert den Ausbau von Verkehrsverbindungen, Logistikzentren sowie die Förderung von Partnerschaften zwischen Unternehmen zur Umsetzung von Investitionen in der Ukraine.

 

AHK Polen: Vielen Dank für das Gespräch.

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