Die MAN-Gruppe wird bis zum Jahr 2038 5 Mrd. PLN (ca 1,2 Mrd. EUR) in Polen investieren. Das am 15. Juli dieses Jahres mit der polnischen Regierung unterzeichnete Memorandum legt den Rahmen für die Zusammenarbeit bei der Umsetzung neuer Projekte und dem Ausbau bestehender Werke fest. Eines der wichtigsten Vorhaben wird der Ausbau des Produktionskomplexes in Niepołomice sein, der sowohl die Steigerung der Produktionskapazitäten als auch die Vorbereitung der Produktion der nächsten Generation von Lkw und Komponenten für die Elektromobilität umfasst.
Gemäß den Plänen wird die MAN-Gruppe bis zum Jahr 2038 rund 5 Mrd. PLN (ca. 1,2 Mrd. Euro) für Investitionen in Polen bereitstellen. Bis 2030 wird der Ausbau des Werks in Niepołomice Priorität haben, der unter anderem die Aufnahme der Karosseriefertigung, den Bau einer Lackiererei, den Ausbau der Fahrerkabinenmontage sowie die Steigerung der Produktionskapazitäten umfasst. Durch den Ausbau wird das Werk auf die Produktion der nächsten Generation von Lkw vorbereitet. Die Fläche des Werks soll von rund 130.000 auf 270.000 Quadratmeter anwachsen, was die Position des Standorts als eines der wichtigsten Produktionszentren des Konzerns in Europa stärken wird.
MAN setzt auf den Ausbau der Elektromobilität
Das größte Projekt im Rahmen des Investitionsprogramms wird der Bau eines neuen Werks zur Herstellung von Batteriepaketen und -modulen sein. Der Start dieser Investition ist für das Jahr 2029 geplant. Das Werk soll Hunderte neuer Arbeitsplätze schaffen und eine wichtige Rolle beim Ausbau der Elektromobilität sowie der Lieferkette für Elektrofahrzeuge spielen.
Die Investitionen fügen sich in die Strategie zur Elektrifizierung der MAN-Produktion ein. Bereits ab Mitte 2026 soll in Niepołomice die Serienproduktion von leichten Elektro-Lkw anlaufen, und das Werk wird nach München zum zweiten elektrifizierten Produktionsstandort des Unternehmens. Langfristig wird er an der Herstellung weiterer Fahrzeuggenerationen auf Basis des modularen TRATON-Systems beteiligt sein.
Staatliche Unterstützung für große Investitionsprojekte in Polen
Das Memorandum sieht auch eine Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung bei der Umsetzung von Investitionen vor. Die Regierung erklärt ihre Unterstützung durch die Entwicklung neuer Instrumente, die Anreize für die Ansiedlung großer Industrie- und Technologieprojekte in Polen schaffen sollen. Dazu gehören die Arbeit an Förderprogrammen auf der Grundlage von EU-Fördermechanismen wie CISAF sowie steuerliche Lösungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen. Diese Maßnahmen sollen ein stabiles Umfeld für die Umsetzung von Projekten im Wert von mehreren Milliarden gewährleisten und die Position Polens als wichtiges Zentrum für die Produktion moderner Technologien und Elektromobilität in Europa stärken.
Bei der Unterzeichnung des Memorandums wurde betont, dass Polen nach wie vor ein attraktiver Standort für ausländische Investoren ist und dass 95 Prozent der Unternehmen, die sich für Investitionen in Polen entschieden haben, bestätigen, dass dies die richtige Entscheidung war.
Der MAN-Konzern baut seine Aktivitäten in Polen seit fast drei Jahrzehnten konsequent aus. Neben den im Werk in Niepołomice hergestellten Elektro-Lkw produziert der Konzern in seinen Werken in Starachowice auch vollelektrische Busse. Diese Busse werden sowohl auf dem polnischen Markt als auch auf ausländischen Märkten vertrieben.
Die Umsetzung der angekündigten Investitionspläne von MAN wird dazu beitragen, die Bedeutung Polens im europäischen Produktionsnetzwerk des Konzerns zu stärken, moderne industrielle Kompetenzen auszubauen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den heimischen Elektromobilitätssektor weiter zu stärken.