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Neue Herausforderungen für Arbeitgeber: Mobbing, Diskriminierung und die Beschäftigung von Jugendlichen

  • News

Juli 2026

Komisja Rynek Pracy_01.07.2026
AHK Polska

Am 1. Juli 2026 fand eine weitere Sitzung des Ausschusses für den Arbeitsmarkt der AHK Polska statt, bei der sich die Teilnehmer auf zwei aktuelle und für Arbeitgeber wichtige Themen konzentrierten: die geplanten Änderungen der Rechtsvorschriften zu Mobbing und Diskriminierung sowie die Regeln für die Einstellung von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen für Praktika und Ausbildungsplätze.
 

Im organisatorischen Teil wählten die Mitglieder der Kommission Mirela Kik, Personalleiterin und Prokuristin bei der ZF Group Commercial Vehicle Solutions ZF CV Systems Poland Sp. z o.o., einstimmig zur stellvertretenden Vorsitzenden der Kommission.
Es wurde die Überzeugung geäußert, dass ihre langjährige Erfahrung im Personalwesen eine wertvolle Unterstützung für die weitere Arbeit der Kommission sowie für die Entwicklung von Initiativen sein wird, die sich an Personalverantwortliche und Arbeitgeber richten.

 

Licht und Schatten der neuen Gesetzgebung zu Mobbing und Diskriminierung

Als besonderer Gast war Dr. Błażej Mądrzycki anwesend – Doktor der Rechtswissenschaften, Assistenzprofessor an der Fakultät für Recht und Verwaltung der Schlesischen Universität, Mediator am Schlesischen Zentrum für Mediation und Schiedsgerichtsbarkeit der Fakultät für Recht und Verwaltung der Schlesischen Universität, Rechtsberater und Verfasser von Rechtsgutachten für Sejm-Ausschüsse. Der Experte stellte den Teilnehmern die wichtigsten Grundsätze der geplanten Änderungen der Rechtsvorschriften zu Mobbing und Diskriminierung vor, an denen derzeit im Gesetzgebungsverfahren gearbeitet wird.

 

In seinem Vortrag erörterte er die Entstehungsgeschichte der geltenden Anti-Mobbing-Vorschriften sowie die vom Gesetzgeber vorgeschlagenen Änderungen. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die neue, deutlich umfassendere Definition von Mobbing sowie auf die Ausweitung der Pflichten der Arbeitgeber bei der Bekämpfung unerwünschter Verhaltensweisen am Arbeitsplatz. Der Experte wies darauf hin, dass die neuen Vorschriften eine erhebliche Herausforderung für Führungskräfte darstellen könnten, da der Schwerpunkt verstärkt auf den alltäglichen Standards der Teamführung, der Kommunikation und dem Umgang mit Konfliktsituationen liegen werde.
 

 

Im Rahmen der Präsentation wurde auch der vorgeschlagene Katalog von Verhaltensweisen erörtert, die als Anzeichen von Mobbing eingestuft werden können, darunter Handlungen, die die Arbeit eines Mitarbeiters am Arbeitsplatz erschweren, die Einschränkung des Zugangs zu Informationen oder die Behinderung der Zusammenarbeit mit anderen Teammitgliedern. Nach Ansicht des Experten werfen einige der vorgeschlagenen Formulierungen Auslegungszweifel auf und könnten in der Praxis zu zahlreichen Streitigkeiten führen.

 

Viel Raum wurde auch der Verpflichtung zur systematischen Bekämpfung von Mobbing gewidmet. Es wurde betont, dass das bloße Vorhandensein von Verfahren oder Richtlinien gegen Mobbing sich als unzureichend erweisen kann. Immer mehr an Bedeutung gewinnen werden konkrete Präventionsmaßnahmen, Schulungen, wirksame Kanäle zur Meldung von Missständen sowie die aktive Einbindung von Arbeitnehmervertretern in die Erstellung und Aktualisierung interner Verfahren.

 

Ein interessanter Aspekt der Diskussion war auch die Frage des Schutzes aller Beteiligten im Untersuchungsverfahren. Die Teilnehmer wiesen darauf hin, dass es in der Praxis von Organisationen immer häufiger zu Situationen kommt, in denen sich Mobbingvorwürfe als unbegründet erweisen und das Verfahren selbst sowohl für den Beschwerdeführer als auch für die beschuldigte Person belastend sein kann. Es wurde betont, wie wichtig zuverlässige Verfahren, die Wahrung der Unparteilichkeit und die Schaffung einer auf gegenseitigem Respekt basierenden Dialogkultur sind.
 

 

Kinder- und Jugendarbeit, Praktika und zivilrechtliche Verträge

Den zweiten Teil der Veranstaltung leitete Dominika Buch von der Kanzlei SDZLEGAL, die einen umfassenden Überblick über die aktuellen Vorschriften zur Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen sowie zur Organisation von Praktika und Ausbildungsplätzen gab.
 

 

Die Referentin erläuterte die Voraussetzungen für die rechtmäßige Beschäftigung von Personen unter 18 Jahren und wies dabei auf die Unterschiede zwischen der Beschäftigung von Kindern, jugendlichen Arbeitnehmern und Praktikanten hin. Die Teilnehmer wurden über die Anforderungen hinsichtlich der Einwilligung der Erziehungsberechtigten, ärztlicher Untersuchungen, Arbeitszeitbeschränkungen sowie der Regeln für die Ausübung sogenannter leichter Arbeiten informiert.
 

 

Ein wesentlicher Teil der Präsentation war auch den Praktika für Schüler, Studierende und Absolventen gewidmet. Dabei wurden deren Ziele, rechtliche Grundlagen sowie die Vorteile für Arbeitgeber erörtert. Besonderes Interesse weckten die Praktika für Absolventen, die nach wie vor eine beliebte Form der Gewinnung junger Talente darstellen und es den Unternehmen gleichzeitig ermöglichen, flexibel Beziehungen zu zukünftigen Mitarbeitern aufzubauen.

 

Dominika Buch stellte außerdem die Grundzüge der geplanten Änderungen im Bereich der Praktika vor, die die derzeitigen Regelungen im Rahmen der Absolventenpraktika ersetzen sollen. Die neuen Regelungen sollen den Ablauf des Praktikums stärker formalisieren, Mindeststandards für dessen Durchführung festlegen und eine Vergütungspflicht für Praktikanten einführen.

Im Zusammenhang mit der Arbeit mit Minderjährigen wurden auch die Pflichten erörtert, die sich aus den Standards zum Schutz von Minderjährigen (der sogenannten „Lex Kamilek“) ergeben, wobei insbesondere Sicherheitsverfahren, Dokumentationsanforderungen sowie die Regeln für die Überprüfung von Personen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, im Mittelpunkt standen.

 

Die Sitzung endete mit einer Diskussion der Teilnehmer, die ihre eigenen Erfahrungen sowohl mit der Durchführung von Anti-Mobbing-Verfahren als auch mit der Organisation von Praktika oder der Einstellung junger Menschen austauschten. Das Treffen bestätigte, dass sowohl die geplanten Änderungen im Bereich Mobbing und Diskriminierung als auch die neuen Regelungen für junge Arbeitnehmer in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsalltag von Arbeitgebern und Personalabteilungen haben werden.

 

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