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Polen immer beliebter als Investitionsstandort

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Polen belegt in der neuesten Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) den zweiten Platz unter 14 Investitionsstandorten in Mittel- und Osteuropa.

AHK Polska
AHK Polska

Polen belegt in der neuesten Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) den zweiten Platz unter 14 Investitionsstandorten in Mittel- und Osteuropa. Am 14. April stellte die Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer (AHK Polen) die Ergebnisse in Warschau vor. Deutsche Unternehmen bewerten darin vor allem die ausgezeichnete Infrastruktur, das umfangreiche Lieferantennetz sowie die digitale Struktur Polens als herausragende Kriterien.

 

„Überraschend ist vor allem das Ausmaß, in dem die positiven Bewertungen zu Polen seit dem Vorjahr gewachsen sind“, sagt Lars Gutheil, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AHK Polen: „So bewerten 43,1% der Befragten die aktuelle Wirtschaftslage als gut, 45% als zufriedenstellend. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von fast 19% bei den positiven Rückmeldungen zur Wirtschaftslage.“ Polen werde von deutschen Unternehmen vor allem als dynamischer Zukunftsmarkt wahrgenommen, so Gutheil. Mit 81% ist das Wachstum und Entwicklungspotenzial das wichtigste Kriterium für deutsche Unternehmen, im Nachbarland zu investieren. Von großer Bedeutung sind darüber hinaus die Arbeitsmentalität und -kompetenz (80,4%), die Nähe zu Deutschland (76,4%) sowie die Größe des Absatzmarktes (74,4%).

 

Lieferketten verlagern sich nach Polen

 

„In einer Zeit, in der Unternehmen sich auf Kostenreduktion fokussieren müssen, punktet unser Nachbarland dank seiner Größe und einer modernen Infrastruktur besonders“, so Gutheil. „Polen steht damit im Mittelpunkt der verkürzten, auf europäische Produktion ausgerichteten Lieferketten.“ Dies unterstreiche auch das Ergebnis der Risikofaktoren, die in der AHK-Analyse abgefragt wurden. Unterbrechungen der Lieferketten, Rohstoffknappheit und logistische Herausforderungen belegen dort die ersten Plätze. Viele Unternehmen gerade aus dem deutschen Mittelstand suchen in Zeiten geopolitischer Unsicherheit nach einem „sicheren Hafen“, den sie vielfach in Polen finden. So gab mehr als ein Drittel der Befragten an, dass sie angesichts der geopolitischen Spannungen ihre Investitionen in Polen erweitern möchten.

 

Im Vergleich zu anderen Märkten Mittel- und Osteuropas rangiert Polen auf Platz eins in puncto Infrastruktur vor Litauen und Ungarn, auf Platz eins beim Wirtschaftsumfeld, auf Platz zwei in Sachen Arbeitsmarkt sowie auf Platz drei hinsichtlich der Wirtschaftspolitik. 94,5% der deutschen Investoren, so belegt die Umfrage, würden sich erneut für den Standort Polen entscheiden. „Dies sind Zustimmungswerte, die aufhorchen lassen“, so Gutheil. Polen habe jahrzehntelang europäische Fördermittel intelligent eingesetzt, das Land konsequent modernisiert und stehe heute unter den 20 größten Ökonomien der Welt. „Längst begegnen sich Partner aus beiden Ländern auf Augenhöhe. Investitionen spielen sich heute zunehmend in Zukunftsbranchen ab und betreffen Produkte und Lösungen mit hoher Wertschöpfung.“

 

Die Umfrage zeigt allerdings auch Felder auf, in denen Polen noch zulegen muss. So belegen die berufliche Ausbildung und das Forschungs- und Entwicklungsumfeld nur mittlere Plätze. „Damit die Schwungräder der polnischen Wirtschaft schneller und effizienter laufen können, muss Polen mehr Forschungs- und nicht nur Produktionsinvestitionen anziehen und insgesamt mehr für Forschung und Entwicklung ausgeben“, betont etwa Maciej Zieliński, Geschäftsführer von Siemens Polen.

 

Fachkräfte: eine Hausaufgabe für die Zukunft

 

Wenngleich die Qualifikation der polnischen Arbeitskräfte sehr hoch bewertet wird – 65,2 % der Befragten äußerten sich positiv oder sehr positiv – geben 58% der Unternehmen an, innerhalb der kommenden fünf Jahre einen Mangel an Fachkräften zu befürchten. Tomasz Salomon, Leiter Handel und Internationale Zusammenarbeit im polnischen Ministerium für Entwicklung und Technologie, kommentiert dies selbstkritisch: „Die Reform der beruflichen Bildung bleibt eine Herausforderung, da sie mit den Anforderungen des Marktes Schritt halten muss. Für Investoren sind heute die Verfügbarkeit vielfältiger, hochqualifizierter Arbeitskräfte sowie die Entwicklung des F&E‑Sektors entscheidende Faktoren.“

 

Am schwächsten bewertet wurden außerdem die steuerlichen Belastungen – 43,6% negative Rückmeldungen –, gefolgt vom Steuersystem und der Finanzverwaltung mit 42,1% sowie der Transparenz der Wirtschaftspolitik (41,1%).

Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2026 zum Herunterladen

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